Philosophie von QiGong4Life

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Elemente von QiGong4Life:

In meinem QiGong integriere ich Elemente, die aus meiner Sicht entscheidend dafür sind, dass QiGong wirklich ein Entwicklungs-Weg ist. Diese Elemente kann man getrennt betrachten, aber nicht real voneinander trennen.

Das Dao, welches man benennen kann, ist nicht das ewige Dao. Den Namen, den man nennen kann, ist nicht der ewige Name. Das Nicht-Sein ist der Anfang von Himmel und Erde, das Sein der Ursprung der zehntausend Dinge.

Ohne Begehren erfahre sein Geheimnis, mit Begehren erfahre seine Begrenzungen. Diese beiden sind gemeinsam entstanden, doch unterschiedlich benannt. Nennt man sie gemeinsam, so sind sie geheimnisvoll. Das Geheimnis der Geheimnisse, das Tor zu allen Mysterien.

» Lao Zi, Dao De Jing, Kapitel 01 (von Patrick Liu) «

In meinen Worten ist Dao:

  • Der Ursprung allen Seins, die gleichzeitige Polarität und Einheit der Gegensätze.
  • Der Zustand in dem „sowohl als auch“ gleichermaßen gültig sind.
  • Natürlichkeit.

Was meinen wir mit „Zen praktizieren“? Mit „praktizieren“ meinen wir, sich durch nichts behindern zu lassen und äußerlich keine Gedanken über objektive Zustände aufkommen zu lassen. Und mit ‚Zen‘ meinen wir, dass wir unsere Natur sehen, ohne verwirrt zu sein.

» The Platform Sutra, The Zen teaching of Hui-Neng, Red Pine, 2006, Publishers Group West «

In meinen Worten ist Zen:

  • Frei sein von Anhaftung an Formen.
  • Loslassen.

Was verstehen wir unter ‚Zen-Meditation‘? Äußerlich frei von Form zu sein ist ‚Zen‘. Und innerlich nicht verwirrt zu sein, ist ‚Meditation‘. Wenn du äußerlich an die Form gebunden bist, wird dein Geist innerlich verwirrt sein. Aber wenn du äußerlich frei von Form bist, wird deine Natur innerlich nicht verwirrt sein.

» The Platform Sutra, The Zen teaching of Hui-Neng, Red Pine, 2006, Publishers Group West «

In meinen Worten ist Meditation:

  • Stille.
  • Nicht vom Denken kontrolliert werden, sondern das Denken durch Loslassen ‚kontrollieren‘.

Spiritualität ist für mich eine erweiterte Sicht auf den Menschen als Wesen und auf die Natur. Während in der materiellen Sichtweise das Getrenntsein als notwendige Bedingung vorhanden ist, ist in der spirituellen Sichtweise die Verbundenheit vorhanden. Die Verbundenheit ermöglicht Unterscheidung, aber impliziert eben auch gleichzeitig die Verbindung.

Weiterhin bedeutet Spiritualität für mich, dass das Ganze aus ETWAS und NICHTS besteht. Für mich ein beruhigender Gedanke, dass es da vieles gibt, was wir nicht begreifen können und auch nicht müssen. Während das Denken mit dem Materiellen und Linearen unterliegt, ermöglicht das Bewusstsein das Spirituelle und Nicht-Lineare.

Künste in QiGong4Life:

Meine Erfahrung im QiGong ist aus verschiedenen Künsten zusammengekommen. Die wichtigsten Künste, die mich geprägt haben, fließen in meine Praxis ein. Ich trenne die Richtungen nicht, auch wenn jede Kunst als eine Schule für sich steht. Ich bin davon überzeugt, dass alle diese Künste ein gemeinsames übergeordnetes Prinzip haben. Mein Interesse gilt diesem Übergeordneten Prinzip, das ich frei in mein Leben integriere und hier weitergebe. Die Benennung dieser Künste sehe ich jedoch auch als respektvolle und dankbare Würdigung derselben.

QiGong ist ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. In der chinesischen Kultur wird QiGong für die Erhaltung der Gesundheit, der Therapie von Krankheiten und die Stärkung von Körper und Geist eingesetzt.

(Quelle: Die 15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong von Jiao Guorui, ML Verlag, 2021)

Über QiGong gibt es sehr viel hervorragende Literatur, aber auch gute freie Quellen im Internet. Ich möchte jeden dazu ermutigen, eigene Recherchen durchzuführen.

Empfehlenswerte Autoren:

  • Dr. Jiao Guorui
  • Dr. Yang, Jwing-Ming

YiQuan ist eine Gesundheits- und Selbstverteidigungskunst die den Schwerpunkt auf die Vorstellung, auf den Geist legt. Es wird auch die ‚Methode der Achtsamkeit in der Kampfkunst‚ genannt (Jan Diepersloot, The Tao of Yiquan).

YiQuan wurde in den 1940er-Jahren von Wang Xiangzhai gegründet und könnte als eine sehr junge Kunst bezeichnet werden. Allerdings hat Wang Xiangzhai seine Kunst auch aus den bestehenden inneren Künsten abgeleitet.

Empfehlenswerte Autoren:

  • Jan Diepersloot
  • Jumin Chen

 Bei Jumin Chen durfte ich meine YiQuan Ausbildung absolvieren. Er lebt aktuell in der Schweiz und unterrichtet dort sowie in Deutschland und Österreich. Sein Unterricht ist sehr empfehlenswert.

Taijiquan ist das Kampfkunst-System, die Umsetzung des Taiji-Prinzips auf Kampfkunst. Das Taiji-Prinzip ist ‚die Mutter des Yin und Yang(Dr. Yang, Jwing-Ming, Tai Chi Chuan).

Taiji ist die Kunst Gegensätze zu integrieren und zum Ausdruck zu bringen: weich-hart, langsam-schnell, Stille-Bewegung, …

Empfehlenswerte Autoren:

  • Dr. Yang, Jwing-Ming
  • Prof. Cheng Man-ch’ing

Was QiGong für mich bedeutet

QiGong geht für mich weit über das praktizieren von Gesundheitsübungen hinaus. Es enthält eine gewisse Magie, mit der ich immer wieder in Kontakt komme. Eine Magie die mir sagt, dass das Leben eine gefühlte Unendlichkeit an Tiefe und Fülle bereit hält, die sich mir über die Auseinandersetzung mit dem Qi offenbart. QiGong ist für mich die Erforschung des Lebens und auch die Begegnung mit dem Leben.

Einzigartigkeit

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich tiefe und für mich lebensverändernde Erfahrungen durch die Praxis des QiGong machen durfte. Das macht mich nicht zu einem besonderen Menschen. Ich glaube, jeder Mensch ist ein besonderer Mensch, und ich glaube auch, dass jeder die Magie des Lebens als seine Besonderheit erfahren und würdigen kann. Ich bin davon überzeugt, dass jedem Menschen die Magie des Lebens ganz einzigartig zuteil wird, sofern er sich seiner Einzigartigkeit hingibt und das Leben losgelöst von alten Vorstellungen erforscht. Nur wer sich selbständig auf den Weg macht, findet seinen Weg!

Offenheit

für die Integration von (scheinbaren) Gegensätzen.

Als Flugzeugbau-Ingenieur und primär analytisch/logisch denkender Mensch trage ich eine gewisse Skepsis gegenüber diesem Themengebiet in mir. Vielleicht ist diese Mischung aus Skepsis und Sehnsucht der Grund dafür, dass ich meine Erfahrungen mit so viel Klarheit machen durfte, dass Spiritualität etwas Greifbares geworden ist und keine Sache des Glaubens mehr. Ich hatte schon immer eine große Faszination für die tugendhaften und mystischen Aspekte der unterschiedlichen Weisheitslehren und Religionen. Es erfüllt mich, dass ich in meiner Praxis des QiGong tiefe Erfahrungen der Verbundenheit, des Ur-Vertrauens und der Liebenden Güte machen durfte. Und es erfüllt mich noch viel mehr, dass sich diese Elemente immer mehr in meiner Praxis, in meinem Alltag und in meinem Sein verankern.

Inspiration

Von all den Weisheitslehren habe ich die größte Freude am Daoismus und Buddhismus, aber ich interessiere mich grundsätzlich für jede Philosophie, die sich an der Liebe, dem Leben und der Natur orientieren. Es ist interessant für mich, Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Lehren zu verfolgen. So komme ich zu dem Schluss bzw. gehe mit der Aussage überein, dass es eigentlich keine Lehre gibt. Jeder Mensch kann sich mit dem großen Ganzen (Gott, Dao, Universum, …) direkt verbinden und seine eigene Erfahrung damit machen. Dann gibt es dazu auch nicht mehr viel zu sagen. Wozu über etwas Worte verlieren, wenn man es unmittelbar erfahren kann?

Intuition

Das Erfassen und Wahrnehmen des Qi ist eine Erfahrung im Hier und Jetzt. Es ist sinnlos darüber nachzudenken. Die Erfahrung ist im wahrsten Sinne des Wortes ‚fließend‘, man kann sie nicht festhalten. Und sie ist stets im Wandel.

Die Qi-Erfahrung bzw. das Bewusstsein für den eigenen Energiekörper sind in der nicht-linearen Welt zuhause. Damit ist der Energiefluss nicht vorhersehbar. Der Weg besteht darin gegenwärtig zu sein und der Intuition zu vertrauen, dem Qi zu folgen.